Thema Menschenrechte @ DOK.fest 2016

 

 

DOK.transit

"Trapped by Law" von Sami Mustafa, D/KOS, 2105, 90 Min.

Die Welt, wie wir sie kennen, löst sich auf. Für Daten und Waren scheint es keine Grenzen mehr zu geben – gleichzeitig bleiben diese für Millionen von Menschen brutale Realität. Dürfen wir die Globalisierung für den Markt fordern und sie für Menschen in Not verhindern? Multikulturelle Gesellschaften gehören weltweit längst zum Alltag und auch in Deutschland existieren seit der Gastarbeitergeneration und den Kriegen im Balkan beispielhafte Koexistenzen. In welcher Gesellschaften wir morgen leben, wird heute entschieden. DOK.transit erzählt in sechs Filmen von den Ursachen der Flucht und einer Gesellschaft in Umbruch. Mehr Informationen über die Reihe DOK.Transit finden Sie hier.

 

Festival in Exile - Syria

"Houses Without Doors" von Avo Kaprealian, SYR/LIBN, 2016, 90 Min.

An DOK.transit schließt ein weiteres Special an: Ein syrisches Festival im Münchner Exil. Ein vielfach ausgezeichneter Filmautor und Festivalmacher aus Damaskus, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, ist mit drei Dokumentarfilmen beim DOK.fest München zu Gast. Zu sehen sind aktuelle Momentaufnahmen einer Gesellschaft im Kriegszustand – eingefangen von syrischen FilmemacherInnen, die nach Europa fliehen mussten. Mehr über das Festival in Exile finden Sie hier.

 

Haunted

von Liwaa Yazji, SYR, 2014, 112 Min., Festival in Exile - Syria

»Als die Bomben kamen, war das erste, was wir taten, wegzulaufen. Später erinnerten wir uns daran, nicht zurückgeschaut zu haben«. Der überstürzte Aufbruch aus ihren Häusern machte für viele syrische Flüchtlinge jeden Abschied unmöglich. Doch die zurückgelassenen Dinge – Fotos, Erinnerungen – hören nicht auf, sie heimzusuchen. Andere Familien warten in den eigenen vier Wänden vergeblich darauf, dass die Bomben verstummen – sie sind Unbehauste im eigenen Haus. Die syrische Filmemacherin Liwaa Yazji erzählt in ihrem viel beachteten Film Geschichten des Verlustes und der Trauer um die eigene Vergangenheit.

 

Samstag, 14.05.2016, 20:00, Museum Fünf Kontinente

Les Sauteurs

von Moritz Siebert, DK, 2016, 80 Min., DOK.transit

Tonlose schwarz-weiß Bilder der Überwachungskamera am Grenzzaun der spanischen Enklave Melilla in Marokko. Dann Perspektivwechsel: Lagerleben am Berg Gurugu oberhalb von Melilla. Letzte Station für tausende von jungen Männern aus Subsahara-Afrika kurz vor dem ersehnten Ziel Europa. Seit 14 Monaten lebt Abou Bakar Sidibé aus Mali hier. Die Filmemacher lassen ihn das Leben am Berg mit der Kamera dokumentieren. So bestimmt der Protagonist selbst die Bildauswahl und gibt seltene Einblicke in die Lebensrealität von Migranten an den Außengrenzen Europas. Wir nehmen Anteil an den Ängsten, Träumen, Hoffnungen und dem endlosen Warten. Hier ist zu sehen, was Zäune bewirken, und was die Abschottung Europas tatsächlich bedeutet.

 

Samstag, 07.05.2016, 20:00, Atelier 1
Montag, 09.05.2016, 19:00, City 3
Mittwoch, 11.05.2016, 17:00, Gasteig Vortragssaal
Freitag, 13.05.2016, 19:30, HFF - Kino 1

Exile in Waterloo

von Marina Hufnagel und Kristina Kilian, D, 2016, 25 Min., DOK.africa

„Wir sind im Exil, weil wir unsere Gedanken frei ausgedrückt haben.“ Mit anderen jungen Intellektuellen gründete Yangu Kiakwama das Kollektiv Filimbi, eine Bewegung für die Mobilisierung der Jugend. In einem Workshop mit Künstlern, Unternehmern, amtierenden Politikern, Oppositionellen und Studenten diskutierten sie einen politischen Neubeginn für den Kongo. Die Regierung sah sich gefährdet und griff ein. Yangu und zwei seiner Mitstreiter mussten nach Belgien fliehen. Nach über einem Jahr sitzen heute immer noch Filimbi-Aktivisten im kongolesischen Gefängnis. Das kurze schwarz-weiß Porträt stellt uns drei engagierte und intelligente Aktivisten vor, die sich im Geiste von Lumumba für einen gerechten und prosperierenden Kongo einsetzen.

 

Freitag, 13.05.2016, 16:00, HFF - Kino 1